Freitag, 20. November 2015

Rezension: Mathias Malzieu - Der kleinste Kuss der Welt

OT: Le plus petit baiser jamais recensé
Preis Ebook: 9,99€
Preis Taschenbuch: 12,99 €
Seitenanzahl: 144 Seiten
Verlag: Carl's Books
ISBN: 978-3-570-58547-4

Erscheinungsdatum: 31. August 2015  
Genre: Poetische Kurzgeschichte
Reihe: Einzelband
Meine Wertung: 3/5 Sterne

Klappentext Ich hatte den kleinsten Kuss der Welt im Théâtre du Renard verloren. Er war mir mitten in der Nacht beim Tanzen von den Lippen geglitten, als mein Blick auf ein blaues Petticoatkleid mit großen weißen Tupfen fiel. Anmut, Sinnlichkeit und Verlockung. Ein Hauch von Geheimnis. Immer, wenn ich mich ihr nähern wollte, entwischte sie mir. Nach einem getänzelten Slalom stand ich endlich der Frau gegenüber, die mich magnetisierte. Ich brachte kein Wort heraus. Aus Angst, die Flut könnte sie abermals davonspülen, küsste ich sie. Der Anflug eines Kurzschlusses. Wir berührten einander kaum. Der kleinste Kuss der Welt. Ein grelles Licht, und dann nichts. Sie war fort. Als wäre ihr Mund ein magischer Schalter – wenn man ihn umlegt, löst sie sich in Luft auf. Ich hörte sie davongehen, hörte ihre Schritte verklingen. Sie war also gar nicht verschwunden, sie war bloß unsichtbar geworden! Wir hatten einander den kleinsten Kuss der Welt gegeben, und sie hatte sich verflüchtigt, abrupt wie ein Stromausfall. Ich musste sie unbedingt wiederfinden.

Die Buchgestaltung von "Der kleinste Kuss der Welt" ist atemberaubend. Das Buch ist vermutlich das schönste Buch, dass ich jemals in den Händen gehalten habe. Nicht nur das Cover gefällt mir ausgesprochen gut, auch im Inneren des Buches haben die Gestalter ganze Arbeit geleistet.


Meine Erwartungen an dieses Buch waren recht hoch. Schon lange wollte ich ein Werk von Mathias Malzieu lesen und versprach mir ein einzigartiges, poetisches Erlebnis. Dies habe ich zum Teil auch bekommen.

Das Buch umfasst 144 Seiten, wovon nur ca. 118 Seiten die eigentliche Geschichte ausmachen. Dementsprechend schnell, sollte das Buch packen und begeistern. Leider fiel mir ausgerechnet der Einstieg in die Geschichte recht schwer. Ich hatte meine Probleme, mich auf die Handlung einzulassen. Doch nach einigen Seiten konnte dann auch ich mich in eine Welt von sprechenden Papageien, Kuss-Pralinen und unsichtbaren Frauen fallen lassen

Der Schreibstil von Mathias Malzieu ist wirklich etwas ganz besonderes und ich kann denen, die das Buch als poetisch bezeichnen, nur zustimmen. Der Schreibstil ist genau der Grund, weshalb ich die Geschichte dann doch noch genießen konnte.


Meine Kritik betrifft leider die Handlung. Die Grundidee und auch deren Umsetzung sind nicht schlecht, allerdings konnten mich weder die Handlung noch die Protagonisten berühren. Einzig der Plottwist am Ende, den ich wirklich nicht kommen sah, konnte mich überraschen und hat mir sehr gut gefallen.

Fazit: Ein wunderschönes Büchlein, das mich vor allem durch die liebevolle Gestaltung und den besonderen Schreibstil überzeugen konnte. Die Geschichte selbst war leider nicht mein Fall.  

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