Mittwoch, 9. März 2016

Rezension: Kate Morton - Das Seehaus

OT: The Lake House 
Preis Ebook: 18,99 €
Preis Hardcover: 22,99 € 
Seitenanzahl: 608 Seiten 
Verlag: Diana Verlag

ISBN: 978-3453291379 
Erscheinungsdatum: 29. Februar 2016
Genre: Roman 
Reihe: Einzelband
 Meine Wertung: 4/5 Sterne

Klappentext Cornwall 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane fiebert dem Höhepunkt des Jahres entgegen, dem prachtvollen Mittsommernachtsfest auf dem herrschaftlichen Landgut ihrer Familie. Noch ahnt niemand, dass sich in dieser Nacht etwas Schreckliches ereignen wird. Ein Unglück, das so groß ist, dass die Familie das Anwesen für immer verlässt.

Siebzig Jahre später stößt Sadie auf das verfallene Haus an einem See. Sie geht den Spuren des Jungen nach, der in jener Nacht verschwunden sein soll. Die Suche nach Antworten führt Sadie tief in die Vergangenheit der Familie Edevane, zu einer verbotenen Liebe und tiefer Schuld …


"Das Seehaus" war mein erstes Buch von Kate Morton und ich bin mir sicher, dass ihm noch einige folgen werden. Meine Erwartungen waren ehrlich gesagt ganz andere. Ich erwartete eine schön-kitschige, etwas "softe" Story mit wenig Tiefgang. Das hört sich nun sehr negativ an, doch manchmal steht mir selbst nach so etwas der Sinn. Mit einem Buch, dass mich komplett packt und einer Handlung, die sich so spannend wie ein Krimi liest, habe ich wirklich nicht gerechnet.

Schon der Prolog ist sehr spannend geschrieben. Man liest von einem Mädchen / einer Frau, die irgendetwas vergräbt und damit das Verschwinden des kleinen Theo Vertuschen möchte. Es ist weder klar um welche Person es sich hierbei handelt noch, ob diese tatsächlich Schuld an Theos Verschwinden trägt oder sich nur schuldig fühlt. Dieser Einstieg ließ mich sofort in der Geschichte versinken und mitfiebern.

Durch die vielen Handlungsorte, Handlungszeiten und Charaktere, lässt sich schwer ein Hauptstrang oder ein Protagonist bestimmen. Auf den ersten ca. 200 Seiten bevorzugte ich die Handlung in der Vergangenheit, da mir die Charaktere schnell ans Herz wuchsen. Später jedoch machte es für mich keinen Unterschied mehr, über wen oder wann die Geschichte momentan spielte. Ich mochte jeden Erzählstrang und jeden Charakter auf seine Art sehr gerne.

Der Schreibstil von Kate Morton konnte mich komplett überzeugen. Ich bin mir sicher, dass er nicht jedermanns Sache ist, denn er ist sehr ausschweifend, beschreibend und blumig. Genau diese Eigenschaften sorgten aber dafür, dass ich mir die Orte sowie die Personen perfekt vorstellen konnte. Insbesondere Loeanneath (das "Seehaus") hatte ich wie eine Fotografie vor Augen. Zu Beginn wird das Seehaus aus Alice Sicht (Vergangenheit) beschrieben. Ich stellte mir eine malerische kleine Villa mit wundervollem Garten und so vielem mehr vor. Die Gefühle, die Alice für den Ort ihrer Kindheit verspürte, nahm ich ebenfalls wahr. Siebzig Jahre später entdeckt Sadie Loeanneath. Das Haus ist teilweise verfallen, der Garten überwuchert. Auch hier konnte ich das Haus genau vor mir sehen und spürte ein seltsames Gefühl der Traurigkeit, eben weil ich Alice' Gefühle für das Haus nachvollziehen konnte. So etwas zu schaffen ist meines Erachtens große Kunst.

Doch auch die Charaktere waren, wie oben schon angedeutet, authentisch. Man erhält Einblick in ihre Gedanken, ihre Vergangenheit und was sie zu dem machte, was sie heute sind. Ich mochte Alice und ihre Geschwister, doch noch mehr wuchs mir Eleanor, die Mutter der Kinder, ans Herz. Und auch Sadie, die Protagonistin in der Gegenwart, mochte ich nach einigen Seiten sehr gerne.

Die Handlung war durchgehend spannend. Ich fieberte nicht nur der Auflösung von Theos Verschwinden entgegen, sondern war auch gespannt mehr über die Charaktere zu erfahren. Auch, dass ich "Das Seehaus" spannend wie ein Krimi fand, ist keinesfalls übertrieben. Es geht um das Verschwinden eines Kindes. Es versteht sich, dass da nicht alles legal zugegangen sein kann. Doch auch Sadies Ermittlungsarbeit, die Schuldgefühle der Charaktere und das Mitfiebern bezüglich der typischen Krimifragen "Wer war's und warum?" hatten ganz klaren Krimicharakter. Dazu kommt, dass Kate Morton den Leser immer wieder in andere Richtungen lenkt. Ich verdächtigte so ziemlich jeden und immer dann, wenn ich gerade sicher war das Rätsel gelöst zu haben, kam ein neues, wichtiges Detail auf. Hierbei trug Kate Morton allerdings niemals zu dick auf.

Das Ende hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Der Fall wird abgeschlossen, alle Fragen werden beantwortet. Kritisieren könnte man, dass der Zufall in diesem Buch eine relativ große Rolle spielte, doch mich störte das nicht wirklich. Dennoch hätte ich mir noch weitere 20-30 Seiten gewünscht, in denen eine bestimmte Sache in Bezug auf Sadies Geheimnis etwas genauer hätte ausgeführt werden können.

Fazit: Ein Buch, dass mich in vielerlei Hinsicht überraschen und durchgehend packen konnte. Ich werde sicherlich noch weitere Bücher der Autorin lesen und kann dieses Buch allen, die eine geheimnissvolle und spannende Geschichte mit tollen Charakteren und einem wundervollen Schreibstil zu schätzen wissen nur empfehlen. 

Kommentare:

  1. Huhu Corina,

    das hört sich wirklich sehr spannend und packend an. Solche Geschichten sind doch toll! Wie du das Buch so beschreibst, erinnert mich das auch stark an die Werke von Lucinda Riley, hast du von ihr schon mal etwas gelesen? Sie hat auch so ein Talent blumig, ausschweifend zu erzählen und Vergangenheit mit Gegenwart zu verbinden.
    Eine wirklich schöne Rezi. ♥ Macht direkt Lust auf das Buch. =))

    Ganz liebe Grüße
    Leni =)

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    1. Huhu Leni,

      tatsächlich habe ich von Lucinda Riley vor einiger Zeit "Das Mädchen auf den Klippen" gelesen & geliebt. "Das Orchideenhaus" hingegen habe ich abgebrochen:/ Allerdings wollte ich es immer nochmal mit einem anderen Buch von ihr probieren :) Welches kannst du denn empfehlen? :)

      Viele liebe Grüße,
      Corina

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  2. Hallo Corina,

    ich sehe hier auch eine Ähnlichkeit zu Lucinda Riley und da ich bald mit ihren Büchern durch bin, wäre diese Autorin vielleicht der ideale "Ersatz". Die Geschichte hört sich jedenfalls sehr interessant an.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Huhu Nicole,

      freut mich, dass ich dich für das Buch interessieren konnte :) Ich fand die komplette Story einfach super. Welches Buch von Lucinda Riley kannst du mir denn empfehlen? Witzig, dass ihr beide sofort Parallelen zwischen den beiden Autorinnen erkennt :)

      Liebe Grüße,
      Corina

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