Sonntag, 10. April 2016

Rezension: Riad Sattouf - Der Araber von morgen Band 2

OT: L'Arabe Du Futur. Une Jeunesse auf Moyen Orient (1984-1985)
Preis Softcover: 19,99€
Preis Ebook: 15,99€
Seitenanzahl: 160 Seiten
Verlag: Knaus
ISBN:
978-3813507249

Erscheinungsdatum: 15. Februar 2016
Genre: Grafic Novel
Reihe: Band 2/?
Meine Wertung: 5/5 Sterne


Klappentext Nach den Sommerferien kehrt der kleine blonde Junge mit seiner Familie nach Syrien zurück, um dort zur Schule zu gehen und ein richtiger Araber zu werden – wie sein Vater.

Mit dem zweiten Teil von „der Araber von Morgen“ setzt Riad Sattouf die Erzählung seiner Kindheit in den Jahren 1984 und 1985 fort. Nachdem die Familie einige Zeit in Frankreich verbracht, kehren sie nun in das syrische Dorf zurück in dem auch die Familie des Vaters des kleinen Riads lebt.

Wie schon im ersten Band gelingt es dem Autor uns aus den Augen eines naiven Kindes an den Geschehnissen teilhaben zu lassen und vermeidet es so die Motive und Handlungen der Geschichte politisch oder moralisch zu bewerten. Dieser ungefilterte Zugang zu den Erinnerungen des Autors zwingt den Leser sich mit dem Gelesenen selbst auseinanderzusetzen, es entsprechend einzuordnen und zu verarbeiten. Aufgrund dieser Erzähltechnik erscheinen die Begebenheiten in der „Araber von Morgen“ nur umso intensiver und lassen den Leser häufig erschrocken zurück.

Der zweite Band folgt dem kleinen häufig Riad auf seinen Erkundungszügen, die er zusammen mit seinen Cousins unternimmt, durch das syrische Heimatdorf. Auch der Schulalltag rückt hier als neues Erzählelement in den Vordergrund. Die politischen Zustände im Syrien der 80er Jahre werden allenfalls am Rande gestreift. Der Fokus der Erzählung liegt jedoch eindeutig auf dem Alltag der Menschen und erzählt von den Herausforderungen der syrischen Gesellschaft, die sich manifestieren in Armut, Ungleichheit, Misswirtschaft und Gewalt. All dies wird jedoch von der sehr humorigen Erzählart sowie dem witzigen Zeichenstil des Autors getragen.

Der Araber von Morgen überzeugt demnach durch seine sehr detailreiche Schilderung des syrischen Alltags, die schonungslos den Finger in die offenen Wunden der damaligen Gesellschaft legt und dabei doch nie den Humor verliert.

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