Montag, 14. November 2016

Rezension: Paolo Giordano - Schwarz und Silber

OT: Il nero e l'argento
Übersetzung: Barbara Kleiner
Preis Ebook: 9,99 €
Preis Hardcover: 17,95€
Seitenanzahl: 176 Seiten
Verlag: Rowohlt
 
ISBN: 978-3499270819
Erscheinungsdatum: 25. September 2015
Genre: Roman
Reihe: Einzelband
Meine Wertung: 3/5 Sterne

Klappentext Nora und ihr Mann leben mit ihrem kleinen Sohn in Turin. Sie ist Architektin, er ist Physiker. Im Alltag werden sie unterstützt von der wunderbaren Babette – sie ist die Frau für alles, sie betreut das Kind, sie kocht, sie schmeißt den Haushalt. Und sie bildet den ruhenden Pol für das junge Paar. Eigentlich heißt sie Anna, aber sie wird Babette genannt, in Hommage an das Hausmädchen Babette in Tania Blixens berühmter Novelle «Babettes Fest».

Babette gehört zur Familie. Doch eines Tages kann sie nicht mehr kommen, sie ist an Krebs erkrankt. Was passiert, wenn plötzlich jemand fehlt, der immer da war? Ohne Babettes schützenden Blick verliert das Ehepaar seinen Halt, jeder zieht sich in sich selbst zurück, Gefühle, deren man sich sicher war, verschwinden.


Selten verliere ich ein Wort über die Buchgestaltung, doch hier ist diese so gelungen, dass ich sie nicht unerwähnt lassen kann ;) Das Cover mit den Federn ist wunderschön, doch aufgrund der Farbgebung passt es auch noch super zu Titel und Inhalt des Buches. Unter dem Schutzumschlag ist das Buch schwarz. Nicht besonders spektakulär, möchte man meinen, doch durch den silbernen Schriftzug des Titels wird auch hier das Thema "Schwarz und Silber" umgesetzt. Das Gesamtbild wird von einem silbernen Lesebändchen abgerundet.

Senora A. wird aus das Leben der kleinen Familie gerissen, die auf einmal nicht mehr weiß, wie sie zu dritt weiter machen soll. Neben der Trauer, hat die Familie mit den vielen kleinen und großen Veränderungen zu kämpfen. Senora A. war der Anker der Familie, der Ruhepol. Das Buch umfasst nur 176 Seiten, welche auch noch relativ groß bedruckt sind. Es liest sich also sehr schnell. Besonders gut gefallen hat mir der Schreibstil von Paolo Giordano und die Gedanken des Protagonisten zum Thema Krankheit, Zusammenhalt und Liebe.

"Auf die Dauer braucht jede Liebe jemanden, der sie sieht und anerkennt, sie beglaubigt, sonst läuft sie Gefahr, für ein Missverständnis gehalten zu werden. Ohne ihren Blick, fühlten wir uns gefährdet." (S.27)

Immer wieder liesen mich einzelne Sätze innehalten und über das Geschriebene nachdenken. Trotzdem blieben die Charaktere des Buches für mich seltsam fremd. Ich konnte ihre Gefühle zwar nachvollziehen, mich jedoch nicht in sie hineinversetzen. Es gibt viele Bücher über Krankheit und Tod und doch sind die Betroffenen meist der Protagonist oder Vater / Mutter, Geschwister, das eigene Kind. Wie sich die Erkrankung einer Person, die einem zwar sehr nahe steht, aber nicht verwandt ist, auf eine das Leben des einzelnen Menschen, sogar seine Ehe auswirken kann, habe ich jedoch noch nicht gelesen.
 
Das Buch hat keinen konkreten roten Farben. So beginnt der Leser nicht zu Beginn der Geschichte, immer wieder springt der Autor zwischen der Zeit, in der die Haushälterin bei der Familie arbeitete zu der Zeit während ihrer Krankheit oder nach dem Tod. Mir hätte die Reihenfolge "Davor, Währenddessen, Danach" besser gefallen.

Fazit: Ein tiefgründiges Buch, das mich zum Nachdenken anregte. Ein Schreibstil, der mich vollends begeisterte. Leider konnte ich keinen Zugang zu den Charakteren finden und haderte ein wenig mit der Reihenfolge der Geschehnisse. Dennoch bleibt das Buch in positiver Erinneung.

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