Sonntag, 1. Januar 2017

Rezension: Sandra Hughes - Fallen


Preis Ebook: 14,99 €
Preis Hardcover: 20,00 €
Seitenanzahl: 160 Seiten
Verlag: Dörlemann

ISBN: 978-3038200291
Erscheinungsdatum: 01. Februar 2016
Genre: Roman
Reihe: Einzelband

Klappentext Vera Gerber fällt aus ihrer heilen Kleinfamilien-Welt: Ihr fünfzehnjähriger Sohn Luca bricht beim Bankomaten zusammen und bleibt liegen. Er wollte Geld für seine erste Reise ohne Eltern holen. Zehn Personen gehen an dem Jungen vorbei, die elfte ruft nach einer Stunde die Polizei. Später wird ein Hirnschlag diagnostiziert, der Jugendliche ist halbseitig gelähmt und redet nicht mehr.

In knapper, eindringlicher Sprache erzählt der Roman, dem eine wahre Zeitungsmeldung zugrunde liegt, wie eine Sekunde alles verändert. Sandra Hughes spürt dem Schmerz der Mutter und ihrer Wut nach und zeigt die Suche der Familie nach einem neuen Gleichgewicht.


Der Rahmen der Geschichte basiert auf einem Zeitungsartikel. 2011 erlitt ein 15-Jähriger an einem Bankautomaten in einer Stadt in der Schweiz einen Schlaganfall und brach zusammen. Sein Zusammenbruch wurde von einem Mann beobachtet, der jedoch nicht eingriff. Zehn weitere Passanten gingen an dem Jungen vorbei, bis schließlich, eine Stunde später, ein Krankenwagen gerufen wurde. Der Junge ist halbseitig gelähmt und spricht nicht mehr.

Sandra Hughes fühlt sich in mit ihrem Buch "Fallen" in die Gefühlswelt der Mutter. Besonders berührte mich die Sorge der Mutter, als ihr Sohn nicht vom Bankomat zurückkehrte. Durch den Klappentext wusste ich ja bereits, was die Familie erwartete. Ihre Sorgen tat Vera Gerber als die üblichen Sorgen einer Mutter ab, war aber zutiefst beunruhigt. Und dann steht auf einmal die Polizei vor der Tür.

Durch den intensiven und emotionalen Schreibstil der Autorin, war das Buch teilweise kaum auszuhalten. Ich spürte den Schmerz, die Sorge, die Wut und die Verzweiflung. "Fallen" hat mich zutiefst bewegt und zum Denken angeregt, insbesondere, weil der Rahmen der Geschichte tatsächlich passiert ist. Die Autorin setzt mich mit den normalen Sorgen einer Mutter auseinander, aber auch der Fassungslosigkeit, als das Unfassbare geschieht. Als der Sohn, halbseitig gelähmt, wieder zuhause ist, gibt die Mutter ihr Bestes. Doch das Geschehene überschattet alles, sodass vor allem Hilflosigkeit und Wut in das ehemals so glückliche Haus ziehen.

Selten habe ich ein Buch gelesen, dass mich so mit der Protagonistin fühlen lies und mich begeisterte, auch wenn ich mich durchgehend betroffen und unwohl fühlte.

Fazit: Durch eine intensive Sprache, die authentische Charakterisierung der Mutter und einer Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit basiert, schaffte es die Autorin mich nicht nur zu packen, sondern auch zutiefst zu berühren.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen