Freitag, 12. Mai 2017

Leseliste: Mai 2017

Hallo zusammen,

für den Mai gibt es genau genommen zwei Leselisten. Ich gehe in der zweiten Monatshälfte für zwei Wochen in den Urlaub und habe somit eine normale Leseliste für zuhause sowie eine Urlaubsleseliste zusammen gestellt.


Besonders schwer getan habe ich mich bei der Auswahl meiner Urlaubslektüre. Folgende Bücher werden mich in den Urlaub begleiten:

Anna Karenina von Lew Tolstoi
Spinner von Benedict Wells
Unterwerfung von Michel Houellebecq
In Stücke gerissen von Miklos Banffy
Das Spiel ist aus von Jean-Paul Sartre
Die New-York-Trilogie von Paul Auster
Emily, allein von Stewart O'Nan


Zuhause möchte ich meine angefangenen Urlaubsbücher beenden und außerdem noch folgende zwei Bücher lesen:

Ein Festtag von Graham Swift
Der Voyeur von Gay Talese

Und was möchtet ihr im Mai gerne lesen?

Samstag, 6. Mai 2017

[Monatsrückblick] April 2017

Hallo zusammen,

folgende Bücher habe ich im April gelesen:


Ein wenig Leben von Hanya Yanagihara (960 Seiten) keine Rezension
Wie Blut so rot von Marissa Meyer (432 Seiten) keine Rezension
Fast eine Familie von Bill Clegg (320 Seiten) Rezension
Das Krokodil von Fjodor Dostojewski (444 Seiten) Rezension
Frauen, die lieben von Emma Straub (416 Seiten) Rezension folgt
Verschwundene Schätze von Miklos Banffy (576 Seiten) Rezension folgt
Leidenschaft ist doch nicht alles von Diane Brasseur (240 Seiten) Rezension


Monatsstatistik April
Anzahl gelesener Bücher: 7
Abgebrochen: 0
Anzahl gelesener Seiten: 3.392
Gelesene Seiten pro Tag (durchschnittlich): ~113 Seiten

Und was habt ihr gelesen?

Donnerstag, 4. Mai 2017

Rezension: Fjodor Dostojewski - Das Krokodil

Preis Ebook: 14,99 €
Preis Hardcover: 24,95 €
Übersetzung: Christiane Pöhlmann
Seitenanzahl: 448 Seiten

Verlag: Manesse
ISBN: 978-3717523628
Erscheinungsdatum: 02. März 2015

Klappentext Fjodor Dostojewski – der Inbegriff von existenzieller Düsternis und qualvoller Seelenanalyse? Diese Sammlung weitet den Blick. Fünf neu übersetzte Erzählungen zeigen den russischen Großmeister von einer überraschend anderen, hierzulande kaum bekannten Seite: als Autor heiterer, satirischer Geschichten.

Die Besichtigung eines leibhaftigen Krokodils scheint Iwan Matwejitsch die geeignete Vorbereitung auf eine Europareise – da wird er von dem monströsen Tier verschluckt. Für niemanden, das Opfer eingeschlossen, ist das ein Anlass zur Klage, befördert die Attraktion eines sprechenden Menschen im Reptilienbauch doch finanzielle Interessen und Eitelkeiten aller Art. Nicht um Geld, aber um seine Glaubwürdigkeit als Mann der Reformen kämpft Staatsrat Pralinski. Um Toleranz zu demonstrieren, taucht er unangemeldet bei der Hochzeit eines Angestellten auf – «Eine peinliche Geschichte» mit chaotischen Folgen. Ob Slapstick, Groteske, sanfte Ironie oder Tragikomik – Dostojewski zieht in diesem Band alle humoristischen Register.


Die Gestaltung dieses kleinen Büchleins ist hervorragend. Ausgestattet mit einem Einband in Krokodillederoptik, einem passend grünen Lesebändchen und dem besonderen Format von 10 x 2,7 x 15,6 cm eignet es sich perfekt als Geschenk. Doch auch der Inhalt kann sich sehen lassen, denn dieses Buch umfasst nicht nur die Kurzgeschichte "Das Krokodil" sondern vier weitere Erzählungen sowie ein umfangreiches Nachwort des Herausgebers Eckhard Henscheid.

Roman in neun Briefen (1847)
Der "Roman in neun Briefen" wird durch den Briefwechsel zweier Männer erzählt. Zu Beginn bezeichnen sich die beiden als Freunde, doch der Ton verschärft sich von Brief zu Brief. Vorwürfe bestimmen den Ton und der Leser fühlt sich zwischen den beiden Männern hin- und hergerissen, kann die Beweggründe beider verstehen. Das an der Nase herumführen gelang Dostojewski mit dieser Erzählung hervorragend und mit einer ordentlichen Portion Humor.

Das Krokodil (1865)
"Das Krokodil" ist wahrscheinlich die absurdeste Geschichte dieses Sammelbandes. Jeder Charakter der Geschichte, versucht das Beste aus der Situation, in der Matwejitsch bei lebendigem Leibe von einem Krokodil verschluckt wird und in dessen Körper weiter lebt, zu machen. Die Reaktionen sind komisch, tragisch und bringen den Leser zum Schmunzeln.

Eine peinliche Geschichte (1862)
Mein Favorit ist ganz klar "Eine peinliche Geschichte". An Komik war diese Erzählung kaum zu überbieten. Die Geschichte, in welcher sich ein Mann hohen Ranges dazu entschließt durch Menschlichkeit und Nähe, die Liebe des niederen Volkes zu gewinnen und so ziemlich alles falsch macht, was man nur falsch machen kann, brachte mich nicht nur mehrfach zum Lachen, sondern auch zum Fremdschämen.

Die Sanftmütige (1876)
Die große Überraschung dieses Sammelbandes kam mit "Die Sanftmütige". Ich war darauf eingestellt auch hier eine komische Geschichte zu lesen, allerdings handelt diese Erzählung von der Geschichte einer Selbstmörderin. Wie es zu dem Selbstmord kommen konnte schildert ihr Ehemann, der an dem Unglück der Frau nicht ganz unbeteiligt war. Diese Geschichte ist weder komisch noch heiter, aber sehr spannend und eindringlich.

Ein kleiner Held (1857)
In „Ein kleiner Held“ (1857) blickt ein Mann zurück auf seine erste Schwärmerei mit elf Jahren. Dabei geriet er in die Irrungen und Wirrungen auf einem Gutshof. Diese Geschichte überraschte mich mit Dostojewskis Einfühlungsvermögen in die Gefühle eines pubertierenden Jungen. Auch in dieser Erzählung gibt es zwar einige witzige Stellen, doch die Geschichte wird vor allem durch den bildhaften Schreibstil und die Authentizität der Charaktere getragen.

Abgerundet wird dieser Sammelband durch Fußnoten, Anmerkungen und einem interessanten Nachwort von Eckhard Henscheid.

Fazit: Empfehlenswert für alle, die sich für russische Literatur interessieren. Egal, ob Dostojewski-Kenner oder Dostojewski-Neuling.