Samstag, 10. Juni 2017

Rezension: Emma Straub - Frauen, die lieben


Preis Ebook: 14,99 €
Preis Hardcover: 19,99 €
Übersetzung: Gabriela Schönberger
Seitenanzahl: 416 Seiten

Verlag: Droemer Knaur
ISBN:
978-3-426-28170-3
Erscheinungsdatum: 01. März 2017

Klappentext Ein sensibler und unterhaltsamer Roman über die Komplexität moderner Beziehungen von der amerikanischen Bestsellerautorin Emma Straub. Was ist nach einem halben Leben von den Träumen und Hoffnungen der Jugend übrig? Durch einen Zufall findet Elisabeth, die in Brooklyn als Immobilienmaklerin arbeitet, heraus, dass ihr Mann Andrew sie vor Jahren betrogen hat. Elisabethʼ beste Freundin Zoe quält derweil der Gedanke, dass sie und ihre Frau Jane zwar als Geschäftspartnerinnen noch immer hervorragend funktionieren, die Gefühle im Alltag aber auf der Strecke geblieben sind. Und während die Mittvierziger mit alten Träumen und neuen Chancen hadern, machen ihre fast erwachsenen Kinder Harry und Ruby sich bereit, diesem Sommer ihren Stempel aufzudrücken und ins Leben aufzubrechen.

In "Frauen, die lieben" betrachtet die Autorin unterschiedliche Beziehungen. Da wäre das auf den ersten Blick klassische Ehepaar. Mann, Frau und Sohn in einer intakten Beziehung zueinander mit Haus und ohne Sorgen. Nach und nach stellt sich jedoch heraus, dass nicht alles so perfekt ist, wie es zu sein scheint. Des Weiteren handelt die Geschichte von einem lesbischen Paar und deren Tochter. Dass hier einiges im Argen liegt, merkt der Leser schnell. Die dritte Beziehung, spielt sich zwischen den Kindern der beiden Paare ab. Während Harry der brave Vorzeigesohn ist, ist Ruby eine Rebellin durch und durch. Dennoch scheint sie mehr zu verbinden, als ein Beobachter zunächst für möglich halten mag.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Ich merkte kaum, wie die Seiten dahin flogen und kam schnell voran. Während ich die Geschichte beim Lesen ganz gerne mochte, tat ich mich schwer, das Buch nach Pausen wieder zur Hand zu nehmen. Hauptursache dafür: Die Charaktere interessierten mich nur wenig, da ich diese als sehr stereotyp und wenig facettenreich empfand. Während des Buches machte kaum einer davon eine Entwicklung durch und behielt somit den Stempel, den er von mir unabsichtlich zu Beginn des Buches aufgedrückt bekam.

Sehr gut gefallen haben mir die regelmäßigen Perspektivenwechsel. Leider waren die Gefühle der Charaktere weniger eindringlich beschrieben, sodass ich diese zwar verstehen, aber nur schwer nachempfinden konnte. Die Geschichte selbst ist vom Alltag geprägt und somit wenig spannungsgeladen.

Beworben wird der Buch mit dem Satz "Ein sensibler und unterhaltsamer Roman über die Komplexität moderner Beziehungen von der amerikanischen Bestsellerautorin Emma Straub." Unterhaltsam ist dieser Roman auf jeden Fall, denn beim Lesen selbst kommt kaum Langeweile auf. Als sensibel empfand ich ihn weniger, aber auch das ist sicherlich Ermessenssache. Was allerdings mit "Komplexität moderner Beziehungen" gemeint ist, kann ich leider nicht nachvollziehen. Die Beziehungen, die hier geführt werden sind nicht komplexer als es jede Beziehung von Natur aus ist. Und modern sind die aufgeführten Beziehungen maximal durch die ausgelebte Homosexualität. Der Rest wirkt, abgesehen davon, dass ein Großteil der Erwachsenen in einer berühmten Band spielte, eher konservativ. 

Fazit: Ein Buch über Beziehungen, das vor allem von Problemen und dem Alltag erzählt. Gerade bei den Charakteren hätte ich mir deutlich mehr Tiefe und Facetten gewünscht. Ein unterhaltsames Buch, das man aber nicht unbedingt gelesen haben muss.

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